Besuch im Bärenland in Arosa / Schweiz

Das Arosa Bärenland ist kein ZOO. Dort werden Bären aus schlechten Haltungsbedingungen aufgenommen, um ihre natürlichen Instinkte zu wecken und ihnen ein Leben in ihrer naturnahen Umgebung zu bieten, so gut es eben geht. Bären aus Gefangenschaft können nicht ausgewildert werden.

Das Arosa Bärenland kann 5 Bären aufnehmen. Zur Zeit leben die Braunbären Napa, Amelia und Meimo im Bärenland. Alle drei waren jahrelang in engen Käfigen eingesperrt, mit Betonböden unter den Tatzen und viel Metall um sie herum, ohne Möglichkeit ein bärengerechtes Leben zu führen. Napa konnte sich in seinem engen Verlies nicht mal aufrichten.

Napa, der ehemalige Zirkusbär aus Serbien, kam im Sommer 2018 in das neu eröffnete Bärenland. Er ist zu 25% ein Eisbär, darum ist sein Fell etwas heller. Amelia und Meimo wurden aus einem Privatzoo in Albanien wegen dessen Schließung an Vier Pfoten übergeben und sind seit Anfang 2019 in Arosa. Der Transport der Bären war eine logistische Herausforderung, erfolgte durch 5 Länder und dauerte mehrere Tage. Sie sind nach Ankunft in den ersten Winterschlaf gegangen. Jetzt im Frühling beginnen sie nach und nach Vertrauen zu fassen und gehen Schritt für Schritt in das Außengehege. Ziel ist es, die Bären zu vergesellschaften. Aber erst einmal müssen sich die Bären im Außengehege sicher fühlen. Außerdem ist es noch nicht klar, ob sich Napa mit Meimo und Amelie in einem gemeinsamen Außengehege akzeptieren werden.

Am gestrigen Sonntag haben sich Amelia und Meimo das erste mal auf Entdeckungstour gemacht. Sie haben gegraben, gebadet und den Zaun auf Sicherheit überprüft. Es war sehr schön, die Drei so entspannt zu sehen. Nach dem Mitfiebern bei der Rettung der drei Bären via Internet wollte ich die drei Bären auch in Natur sehen.

Ich hatte Glück mit dem Wetter und das ich tatsächlich alle Drei live und in voller Pracht erleben durfte. Vielen Dank auch an die Tierpfleger und den wissenschaftlichen Leiter für die interessanten Hintergrundinformationen und die tolle Arbeit.

Die Anreise erfolgte mit dem Auto von Österreich aus, über Lichtenstein ins schweizerische Chur, von dort ging es weiter auf einer wunderschönen Panorama Hochstraße. Schon allein die Anfahrt war ein Erlebnis. In Arosa fand ich schon gleich das Parkhaus an der Seilbahn Klum. Noch schnell im Ort die schweizerische Währung holen und dann ging es schon mit der Gondel hoch hinaus. Zum Glück hatte ich die Wanderschuhe angezogen, denn es lag noch einiges an Schnee. Von der Bergstation der Gondelbahn hatte man schon einen wunderschönen Blick auf das Bärenland. Ich sah Amelia schon im Teich rumschwimmen und Meimo saß noch am Eingang des Innengeheges. Irgendwie traute er sich noch nicht raus. Als ich auf der Plattform ankam, kam Amelia gerade vom baden und ging zurück in die Innenanlage. Dann schloss sich die Innenanlage der Beiden und Napa durfte raus. Napa hatte eher keine Lust auf ein Bad und war nur sehr kurz in der Außenanlage.

Dann haben die Pfleger Obst und Salat in der Anlage verteilt und Honig an die Baumstämme geschmiert. Jetzt waren Amelia und Meimo wieder dran. Diesmal, nach etwas zögern von Meimo, kamen dann beide Bären in das Außengehege. Dort bleiben sie auch für Stunden und wie ich erfahren habe auch Tage. Selbst über Nacht sind die Bären nicht wieder in die Innenanlage zurück gekehrt. Amelia baute ein Nest unter einer Tanne. Mittlerweile erkundet Napa das Außengehege Nord und wird langsam mutiger.

Dank dem Team vom Bärenland in Kooperation mit der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ kann dieses Tierschutzprojekt erfolgreich durchgeführt werden. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.

Arosa, 02.06.2019

Video: Rettung von Napa

Video: Lange Reise ins Glück – Rettung Amelia und Meimo

Mehr Informationen zum Arosa Bärenland und wie die Bären sich einleben auf:  www.arosabaerenland.ch

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